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Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit: Wann sie erlaubt ist, Ersatzruhetag und Zuschläge

Illustration: Tischkalender mit markierter Spalte, Servierglocke und Kaffeetasse

An Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen darfst du von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es für Branchen, deren Arbeit sich nicht auf Werktage verlegen lässt, etwa Gastronomie, Pflege und Notdienste. Arbeitest du sonntags, steht dir innerhalb von zwei Wochen ein Ersatzruhetag zu, und mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen für dich frei bleiben. Einen Zuschlag schreibt das Arbeitszeitgesetz nicht vor. Zahlt dein Arbeitgeber einen, ist er bis 50 Prozent des Grundlohns steuerfrei, an Feiertagen bis 125 oder 150 Prozent.

Der Grundsatz: Sonn- und Feiertagsruhe

§ 9 ArbZG verbietet die Beschäftigung an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr. In Schichtbetrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht darf die Ruhe um bis zu sechs Stunden verschoben werden, wenn der Betrieb danach 24 Stunden ruht.

Welche Tage gesetzliche Feiertage sind, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Für die Steuerfreiheit von Zuschlägen zählen nach § 3b EStG die Feiertage am Ort der Arbeitsstätte, nicht an deinem Wohnort.

Wer trotzdem arbeiten darf

§ 10 ArbZG erlaubt Sonn- und Feiertagsarbeit, sofern die Arbeit nicht an Werktagen erledigt werden kann. In kleinen Betrieben sind vor allem diese Bereiche betroffen:

  • Not- und Rettungsdienste, Feuerwehr
  • Krankenhäuser und Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung
  • Gaststätten, Bewirtung und Beherbergung, auch der Haushalt
  • Veranstaltungen, Sport, Freizeit, Tourismus, Museen
  • Messen, Märkte und Volksfeste
  • Landwirtschaft, Tierhaltung und Tierpflege
  • Bewachung
  • Reinigung und Instandhaltung von Betriebseinrichtungen, soweit der Betrieb sonst nicht weiterlaufen kann
  • Bäckereien und Konditoreien für bis zu drei Stunden Herstellung und Auslieferung

Ein Malerbetrieb oder ein Büro steht nicht auf dieser Liste. Ob ein Geschäft sonntags öffnen darf, regelt außerdem das Ladenschlussrecht.

Freie Sonntage und Ersatzruhetag

§ 11 ArbZG begrenzt die Sonntagsarbeit dort, wo sie erlaubt ist:

RegelWert
Beschäftigungsfreie Sonntagemindestens 15 im Jahr
Ersatzruhetag für Arbeit am Sonntaginnerhalb von zwei Wochen, die den Arbeitssonntag einschließen
Ersatzruhetag für Arbeit an einem Feiertag, der auf einen Werktag fälltinnerhalb von acht Wochen, die den Feiertag einschließen
Höchstarbeitszeit am Sonntagwie an Werktagen, in der Regel höchstens 10 Stunden

Der Ersatzruhetag ist nach Absatz 4 unmittelbar in Verbindung mit einer Ruhezeit von 11 Stunden zu gewähren, soweit keine technischen oder organisatorischen Gründe entgegenstehen. Ein Tarifvertrag kann nach § 12 ArbZG abweichen, zum Beispiel in Gaststätten und in der Pflege die freien Sonntage auf mindestens zehn verringern.

Zuschläge: was steuerfrei bleibt

Ob du für Sonntags- und Feiertagsarbeit einen Zuschlag bekommst, regeln dein Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag. Zahlt dein Arbeitgeber einen, bleibt er nach § 3b EStG bis zu diesen Sätzen steuerfrei:

Steuerfreie Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit Balkendiagramm der Höchstsätze nach § 3b EStG, jeweils in Prozent des Grundlohns: Sonntag 50 Prozent, gesetzliche Feiertage und 31. Dezember ab 14 Uhr 125 Prozent, 24. Dezember ab 14 Uhr, 25. und 26. Dezember sowie 1. Mai 150 Prozent. Sonntag 50 % Feiertag sowie 31.12. ab 14 Uhr 125 % 24.12. ab 14 Uhr, 25./26.12., 1. Mai 150 %
Bis zu diesen Sätzen des Grundlohns bleiben Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit steuerfrei (§ 3b EStG).
  • Als Sonntags- und Feiertagsarbeit zählt die Arbeit von 0 bis 24 Uhr des jeweiligen Tages. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, gilt der höhere Feiertagssatz.
  • Beginnt eine Nachtschicht vor 0 Uhr, gilt auch die Arbeit von 0 bis 4 Uhr des Folgetags noch als Sonntags- oder Feiertagsarbeit.
  • Der Grundlohn wird mit höchstens 50 Euro pro Stunde angesetzt.
  • Beitragsfrei in der Sozialversicherung sind die Zuschläge nach § 1 SvEV nur, soweit der zugrunde gelegte Stundenlohn nicht über 25 Euro liegt.

Für Nachtarbeit gibt es eigene Sätze ab 20 Uhr, mehr dazu im Ratgeber Nachtarbeit und Nachtzuschläge.

Beispiel: Koch im Restaurant

Du arbeitest als Koch in einem Restaurant, das sonntags geöffnet hat. Am Sonntag, 15. November 2026, arbeitest du von 11:30 bis 20:00 Uhr mit 30 Minuten Pause, also 8 Stunden. Dein Grundlohn liegt bei 16 Euro, dein Arbeitsvertrag sieht 50 Prozent Sonntagszuschlag vor.

  • Zuschlag: 8 Stunden × 8 Euro = 64 Euro. Das liegt genau bei 50 Prozent, der Zuschlag ist komplett steuerfrei und, weil dein Grundlohn unter 25 Euro liegt, auch beitragsfrei.
  • Ersatzruhetag: Dir steht innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen, der diesen Sonntag einschließt, ein Ersatzruhetag zu, zum Beispiel Dienstag, 17. November.
  • Freie Sonntage: Wechselst du dich sonntags mit einem zweiten Koch ab, hat jeder rund 26 freie Sonntage im Jahr. Arbeitest du fast jeden Sonntag, wird es mit den 15 schnell knapp.
Ersatzruhetag nach einem Arbeitssonntag Kalender vom 9. bis 22. November 2026 in zwei Wochenzeilen. Sonntag, 15. November, ist Arbeitssonntag. Der Ersatzruhetag liegt am Dienstag, 17. November, innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen, der den Arbeitssonntag einschließt. November 2026 Mo Di Mi Do Fr Sa So 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Arbeitssonntag Ersatzruhetag Zeitraum von zwei Wochen
Beispiel Koch: Arbeit am Sonntag, 15.11.2026, Ersatzruhetag am Dienstag, 17.11. Er muss in einem Zeitraum von zwei Wochen liegen, der den Arbeitssonntag einschließt (§ 11 Abs. 3 ArbZG).

Am ersten Weihnachtstag, Freitag, 25. Dezember 2026, zahlt das Restaurant laut Vertrag 100 Prozent Zuschlag. Für dieselbe Schicht sind das 128 Euro. Steuerfrei wären bis zu 150 Prozent, also 192 Euro, der Zuschlag bleibt vollständig steuerfrei. Weil der Feiertag auf einen Werktag fällt, ist ein Ersatzruhetag innerhalb von acht Wochen fällig.

Pflegeheim: freie Sonntage über das Jahr im Blick

Im Pflegeheim ist Sonntagsarbeit Alltag. Die Grenze von 15 freien Sonntagen bezieht sich auf jede einzelne Pflegekraft, also auch auf dich, nicht auf das Team. Werden Dienstpläne von Monat zu Monat geschrieben, fällt das leicht nicht auf. Zähl deine freien Sonntage mit und achte darauf, dass deine Ersatzruhetage im Dienstplan stehen. Mehr zu Mehrarbeit und ihrem Ausgleich steht im Ratgeber Überstunden.

Deine Zeiten im Blick

Mit einer digitalen Zeiterfassung wie ZeitFabrik erfasst du jede Schicht mit Datum und Uhrzeit und siehst deine erfassten Zeiten und dein Zeitkonto jederzeit selbst. So kannst du deine Sonntagsdienste leichter mitzählen. Erfasst dein Betrieb noch auf Papier, kannst du ZeitFabrik vorschlagen: Zeig deinem Betrieb ZeitFabrik.

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.

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