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Zeitumstellung in der Nachtschicht: Wie viele Stunden zählen?
Lässt du in der Nacht der Zeitumstellung arbeiten, dauert die Schicht nicht so lange, wie die Uhrzeiten vermuten lassen. Endet im Oktober die Sommerzeit, wird die Uhr um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt: Eine Schicht von 22 bis 6 Uhr dauert dann 9 Stunden statt 8. Beginnt im März die Sommerzeit, springt die Uhr von 2 auf 3 Uhr, und dieselbe Schicht dauert 7 Stunden. Als Arbeitgeber musst du die Zeit erfassen, die deine Mitarbeitenden tatsächlich gearbeitet haben, nicht die Differenz zwischen Anfang und Ende.
Was in den beiden Nächten passiert
Die Termine stehen in der Sommerzeitverordnung, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) veröffentlicht die Daten für jedes Jahr.
| Umstellung | Wann | Was die Uhr macht | Länge des Sonntags | Schicht 22–6 Uhr |
|---|---|---|---|---|
| Ende der Sommerzeit | letzter Sonntag im Oktober | 3:00 → 2:00 | 25 Stunden | 9 Stunden |
| Beginn der Sommerzeit | letzter Sonntag im März | 2:00 → 3:00 | 23 Stunden | 7 Stunden |
Die nächsten Termine laut PTB: In der Nacht zum 28. März 2027 fehlt eine Stunde, in der Nacht zum 31. Oktober 2027 gibt es eine doppelt.
Im Herbst läuft die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr zweimal. Die PTB nennt die beiden Durchgänge 2A und 2B. Auf einer gewöhnlichen Uhr sehen sie gleich aus, und genau da beginnt das Problem.
Warum die Rechnung auf dem Papier nicht aufgeht
Auf dem Stundenzettel stehen in der Oktobernacht „22:00“ und „06:00“. Beide Uhrzeiten sind richtig. Wer daraus die Differenz bildet, kommt auf 8 Stunden, genau wie in jeder anderen Nacht. Die doppelte Stunde taucht in dieser Rechnung nicht auf.
Dasselbe gilt für Dienstpläne und einfache Tabellen, die nur mit Uhrzeiten rechnen: Sie kennen das Datum nicht und damit auch nicht die Umstellung. Der Fehler fällt niemandem auf, weil an den einzelnen Einträgen nichts falsch ist. Falsch ist nur die Summe.
Im März ist es umgekehrt. Dort stehen auf dem Papier 8 Stunden, gearbeitet wurden 7. Wer sein Zeitkonto auf dieser Grundlage führt, schreibt eine Stunde gut, die es nicht gab.
Praxisbeispiel: Nachtwache in der Pflege
Eine Pflegekraft hat Nachtwache von 22:00 bis 06:00 Uhr mit 30 Minuten Pause. Arbeitszeit ist nach § 2 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen.
- Normale Nacht: 8 Stunden Anwesenheit, 7,5 Stunden Arbeitszeit.
- Nacht zum letzten Sonntag im Oktober: 9 Stunden Anwesenheit, 8,5 Stunden Arbeitszeit.
- Nacht zum letzten Sonntag im März: 7 Stunden Anwesenheit, 6,5 Stunden Arbeitszeit.
Mit 8,5 Stunden reicht im Oktober weiter die halbe Stunde Pause. Erst bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit schreibt § 4 ArbZG 45 Minuten vor.
Arbeiten in dieser Nacht drei Pflegekräfte, fehlen auf dem Papier drei Stunden. Das ist wenig, aber es sind Stunden, die im Zeitkonto, im Stundenzettel und am Ende in der Lohnabrechnung stimmen müssen.
Die 10-Stunden-Grenze im Blick behalten
Die werktägliche Arbeitszeit darf nach § 3 ArbZG acht Stunden nicht überschreiten und nur auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Für Nachtarbeitnehmer ist der Ausgleichszeitraum nach § 6 Abs. 2 ArbZG kürzer: ein Kalendermonat oder vier Wochen.
Wer regulär zehn Stunden in der Nacht arbeiten lässt, kommt in der Oktobernacht rechnerisch auf elf. Abweichungen von diesen Grenzen sind etwa per Tarifvertrag möglich (§ 7 ArbZG). Gilt für deinen Betrieb keine solche Regel, plan diese eine Schicht vorher kürzer, zum Beispiel mit früherer Übergabe. Mehr zu den Grenzen steht auf der Seite zum Arbeitszeitgesetz.
Im Frühjahr: die Ruhezeit
Im März wird die Nacht kürzer, und das betrifft auch die Ruhezeit zwischen zwei Diensten. Nach § 5 ArbZG brauchen Beschäftigte nach Ende der Arbeit mindestens elf Stunden ununterbrochene Ruhe.
Ein Beispiel aus der Gastronomie: Der Spätdienst endet am Samstag um 22:00 Uhr, der nächste Dienst beginnt am Sonntag um 9:00 Uhr. Auf der Uhr sind das elf Stunden. In der Nacht der Umstellung im März sind es tatsächlich zehn. Wie die elf Stunden geregelt sind und wo Ausnahmen gelten, erklärt der Ratgeber Ruhezeit von 11 Stunden.
Und die Bezahlung?
Die zusätzliche Stunde im Oktober ist gearbeitete Zeit und gehört deshalb erfasst. Wie du sie vergütest und ob Zuschläge anfallen, richtet sich nach dem Arbeits- oder Tarifvertrag. Das Gesetz zur Arbeitszeit beantwortet diese Frage nicht.
Was das für die Erfassung heißt
- Mit Datum und Uhrzeit erfassen, statt nur Stunden zu notieren. Nur dann lässt sich die tatsächliche Dauer über die Umstellung hinweg ermitteln.
- Dienstplan und Arbeitszeit trennen. Der Plan sagt, was vorgesehen war, die Erfassung, was gearbeitet wurde.
- Oktober und März gezielt prüfen. Schau dir die Stundenzettel dieser Monate an, bevor sie ins Lohnbüro gehen, und sag dem Lohnbüro Bescheid, warum dort eine Stunde mehr oder weniger steht.
Dass Arbeitszeiten überhaupt vollständig aufgezeichnet werden müssen, erklärt der Artikel Ist Zeiterfassung Pflicht?.
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Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.